Rezension zu [Hörbuch] Insel der Ratten von Jo Nesbø

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Die Geschichte entwickelte sich anders als ich zuerst gedacht hatte, dennoch konnte sie mich mit der Zeit für sich einnehmen. Unten im Text lasse ich dich wissen warum das so war.

Fakten zum Hörbuch:
Titel: Insel der Ratten
Autor: Jo Nesbø
Übersetzer: Günther Frauenlob
Sprecher/innen: Oliver Siebeck, Jenny Laura Bischoff
Verlag: Hörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2026
Version: Ungekürzt
Laufzeit: 4 Stunden und 23 Minuten
ISBN: 978-3-8449-4521-8

Inhaltsangabe:
Ein erschreckend realistischer Thriller – relevant, dramatisch, wahr
Nach einer verheerenden Pandemie ist die Welt nicht wiederzuerkennen: Massenarbeitslosigkeit und Armut haben das demokratische Gleichgewicht gekippt, marodierende Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Colin Lowe, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Derweil wütet sein Sohn Brad mit seiner Bande auf dem Festland und verschont nicht einmal Colins engsten Freund Will. Als er dessen Tochter Amy bei einem Überfall in seine Gewalt bringt, sinnt Will auf Rache. Sein Feldzug führt ihn auf das Dach eines Hochhauses, Schauplatz eines gnadenlosen Countdowns auf Leben und Tod.
Dieses Hörbuch hat das Potential wie »Herr der Fliegen« oder »Farm der Tiere« zu ihrer Zeit.

(Quelle: https://www.hoerbuch-hamburg.de/hoerbuch/insel-der-ratten-9783844945218/, Datum: 06. Juli 2026)
Rezensionsexemplar via Netgalley

Meine Meinung zur Geschichte:

Es ist schon ein paar Jahre her als ich es das letzte Mal mit einem Werk von Jo Nesbø versucht habe. Damals konnte mich das Buch nicht packen. Mit »Insel der Ratten« wagte ich einen neuen Versuch und muss schreiben, dass ich positiv überrascht wurde. Der Erzählstil des Autors war direkt und unverblümt.

Er beschrieb die Geschehnisse mit klaren Worten und ließ mich Anteil an seiner Welt haben. In der Geschichte leben die Protagonsitinnen und Protagonisten in einem dystopischen Setting. Durch eine folgenschwere Pandemie versank ihre Heimatstadt mit jedem Tag mehr in Chaos und Anarchie. Die Handlung wurde über zwei Stränge aus der Sicht zweier Protagonisten erzählt – Will und Yvonne.

Der Aufbau verwirrte mich einige Zeit, denn ich fragte mich wie Will sich an dem bestimmten Ort befinden konnte, wenn doch so viel schreckliches wegen dieser Person geschehen war. Durch Flashbacks sowohl von ihm als auch von Yvonne tauchte ich richtig ein. Nach und nach wurde durch die Beiden geschildert, was Will dorthin geführt hat. Zudem erfuhr ich, was ihre Leben mit Collin Lowe tun hatten. Jenem Mann der im Klappentext so präsent erwähnt wird. Jeglicher Faden wurde bis zum Ende aufgelöst und alle Fakten miteinander verbunden.

Heftige körperliche Gewalt, Misshandlungen und Tod waren Teil des Geschehens. Wenn man das Hörbuch hören will, sollte man starke Nerven für diese Themen haben. Rachedurst, Wut und Verzweiflung gehörten ebenfalls dazu. Manche Szenen waren sehr brutal, doch verdeutlichten sie wie grausam der Mensch werden kann. Die Ereignisse wurden beängstigend echt dargestellt. Tatsächlich wäre es nicht unmöglich, dass sowas in der Realität wirklich passieren konnte.

Die letzten Kapitel waren von besonderer Spannung, da sie auch von den Gewisssenskonflikten Wills erzählten. Yvonne und ihm gelang es mich mit ihren Taten in diesem Abschnitt zu überraschen, da ich mit den Wendungen nicht gerechnet hatte. Es hat mich erstaunt, wozu die Beiden fähig waren, hatte ich doch einen anderen Eindruck von ihnen erhalten. Collin Lowe und sein Sohn Brad hatten im Verlauf eine große Wut und ein wenig Hass in mir geweckt.

Die Fragen, was Gerechtigkeit ist und was nicht und ob Selbstjustiz in Ordnung ist, waren enorm schwer zu beantworten. Das Ende fand ich gut gelungen, da es das Hörbuch nach all den Geschehnissen stimmig abschloss.

Meine Meinung zur Sprecherin und dem Sprecher:

Oliver Siebeck ist ein herausragener Sprecher, den ich zum ersten Mal im Hörbuch »Der letzte Wunsch« von Andrzej Sapkowski erlebte. Sein Vorlesen war äußerst eindrücklich, da er sich gekonnt in den Protagonisten Will hineinversetzt hatte. Für die Hörzeit wurde er für mich in meinen Gedanken zu dieser Figur. Jenny Laura Bischoff war mir bis dato noch unbekannt. Sie hat eine angenehme Stimme, der ich sehr gerne zuhörte und dich mich in die Gedankenwelt von Protagonistin Yvonne hineinzog. Ich mochte ihr gefühlvolles Vorlesen und die Art, wie sie die Emotionen der Figur zum Leben erweckte.

Mein Fazit:

Der Thriller war weitaus spannender als erwartet und war trotz seiner Kürze unterhaltsam. Durch den Anfang war ich zuerst verwirrt, doch legte sich das rasch. Dem Autor Jo Nesbø gelang ist in einem dystopischen und sehr blutigen Setting eine solide Geschichte aufzubauen. Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff erweckten mit ihren Stimmen Will und Yvonne zum Leben, aus deren Sichten die Handlung beschrieben wurde. Blut, Gewalt und Tod waren finstere Wegbegleiter, doch blieb ein kleiner Funken Hoffnung bestehen. In den letzten Kapiteln wurde ich von beiden Protagonisten überrascht, da sie anders handelten als erwartet. Zudem stellte sich heraus, dass doch ein tiefsinniger Aspekt in der Geschichte zu finden war.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 4 von 5.

Der Hörbuch-Download wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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