
Eine starke Vorgeschichte, zwar mit einigen Längen, doch am Ende mit viel Spannung und wichtigem Hintergrundwissen. Unten im Text erzähle ich dir mehr.
Fakten zum Hörbuch:
Titel: Über den wilden Fluss
Autor: Philip Pullman
Übersetzerin: Antoinette Gittinger
Sprecher: Rufus Beck
Verlag: Silberfisch
Erscheinungsdatum: 30. November 2017
Version: Ungekürzt
Laufzeit: 15 Stunden und 55 Minuten
ISBN: 978-3-8449-1731-4
Inhaltsangabe:
(Quelle: https://www.hoerbuch-hamburg.de/hoerbuch/his-dark-materials-0-ueber-den-wilden-fluss-9783844917314/, Datum: 15. Mai 2026)
Millionen von Fans weltweit haben bereits sehnsüchtig auf dieses Buch gewartet: die Vorgeschichte der berühmten Trilogie um den Goldenen Kompass!
Der 11-jährige Malcolm lebt mit seinen Eltern und seinem Dæmon Asta in Oxford und geht in dem Kloster auf der anderen Seite der Themse aus und ein. Als die Nonnen ein Baby aufnehmen, von dem keiner wissen darf, ist es mit der Ruhe in dem alten Gemäuer vorbei. Auch Malcolm schließt das kleine Wesen, das in großer Gefahr zu sein scheint, sofort in sein Herz und setzt alles daran, es zu schützen. Der Name des Babys: Lyra Belacqua.
| Rezensionsexemplar via Netgalley |
Meine Meinung zur Geschichte:
Das Buch der »Der goldene Kompass« habe ich vor mindestens 15 Jahren gelesen und verschlungen. Als ich kürzlich »Über den wilden Fluss« sah, war es um mich geschehen. Ich wollte die Vorgeschichte unbedingt hören und war voller Neugier. Philip Pullmanns bildgewaltiger Erzählstil fesselte mich von der ersten Hörminute weg.
Mit Malcom hatte er einen sympathischen und äußerst fürsorglichen Hauptprotagonisten geschaffen. Dem Jungen lag das Wohl seiner Mitmenschen enorm am Herzen. Er war stets hilfsbereit, arbeitete mit Effizienz und Elan. Gleichzeitig war er wissbegierig und saugte jegliche Information auf. Lange Zeit standen er und sein Dæmon Asta im Vordergrund der Handlung. Das Baby Lyra kam natürlich immer wieder vor, stand jedoch erst im letzten Drittel im Vordergrund.
Die Handlung in den ersten zwei Drittel fand ich äußerst spannend. Ich begleitete Malcom bei seiner Arbeit im heimatlichen Gasthaus, bei seinen Tätigkeiten im Kloster der Nonnen und bei seinen Freizeitaktivitäten. Dadurch zeichnete sich seine Persönlichkeit immer stärker ab, was seiner Figur Tiefe gab. Natürlich lernte ich dabei auch die kleine Lyra kennen. Am spannesten fand ich es mehr über das Alethiometer zu erfahren, da es in der späteren Trilogie eine entscheidende Rolle spielte. Doch auch in diesem Band war es von großer Wichtigkeit.
Immerhin erfuhr ich durch diese Handlung, wie es zu kam Lyra und was es mit dem Jordan College auf sich hatte. Überhaupt bot dieses Hörbuch einiges an Hintergrundwissen, das mich so manche Zusammenhänge aus »Der goldene Kompass« besser verstehen ließ. In der zweiten Hälfte geschah dann eine folgenschwere und heftige Wendung, die alles veränderte. Die zuvor nur als Nebenfigur eingeführte Alice Parslow wurde zur Hauptfigur. Malcom und sie standen nun gemeinsam mit Lyra im Vordergrund.
Die Handlung verlief ab diesem Zeitpunkt nur noch rasant und mit vielen aufeinanderfolgenden Geschehnissen gespickt. Zuerst fand ich das Ganze noch spannend, doch dann wurde es plötzlich abstrus und es kam zu komischen Szenen. Ich verstand nicht warum ich das gemeinsam mit den drei erleben musste. Manche dieser Abschnitte fand ich langatmig oder unnötig für den Verlauf der Ereignisse. Es fühlte sich für mich an als hätte man noch etwas gebraucht um die Geschichte länger zu machen. Somit wurde der zuvor spannende Verlauf, der ursprünglich mit vielen zu bestehenden Gefahren gespickt war, langwierig und anstrengend.
Erst zurück in der Stadt fieberte ich wieder mit, weil der Fokus wieder auf das Wichtige zurückkam. Schließlich kam das große Finale immer näher. Es wurde actionreich und erneut gefährlich. Ein letztes Mal fieberte ich mit und war begeistert von der Intensität, die ich dort erlebte. Allerdings kam mir das Ende dann viel zu abrupt und zu schnell. Ich hätte mir noch ein paar Antworten gewünscht oder ein abschließendes Kapitel in dem ich erfahre was aus Malcom und Alice wird. So blieb vieles offen, weshalb es für mich sehr unbefriedigend war.
Meine Meinung zum Sprecher:
Mit dem Sprecher Rufus Beck war das Hörbuch ein echtes Erlebnis. Sein Vorlesen war schauspielerisch auf extrem hohem Niveau und voller Lebendigkeit. Es fühlte sich beinahe wie ein Ein-Mann-Hörspiel an, es fehlten nur die Geräusche. Durch ihn überstand ich auch jene Abschnitte, die ich als langatmig empfunden hatte. Der Sprecher ist eine Klasse für sich und bescherte mir ein starkes Hörerlebnis.
Mein Fazit:
Die Vorgeschichte zu »Der goldene Kompass« verschaffte mir einiges an Hintergrundwissen. Endlich weiß ich, wie Lyra ins Jordan College kam oder woher das Alethiometer kam. Mit Malcolm schuf der Autor einen starken und vielseitigen Charakter mit großem Herzen. Die meiste Handlung gefiel mir gut, weil enorm viel Spannung vorhanden war. Im letzten Drittel gab es allerdings einige langatmige Kapitel und ziemlich abstruse Geschehnisse, die den Fokus verloren gehen ließen. Zum Glück fand das Geschehen wieder zurück und es kam zu einem starken und actionreichen Finale. Das Ende kam mir persönlich zu abrupt, wodurch zu viel offen blieb. Rufus Beck erweckte die Geschichte durch sein eindrückliches Vorlesen in meinen Gedanken zum Leben. Im verdanke ich trotz Kritikpunkte ein starkes Hörerlebnis.
Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!
Der Hörbuch-Download wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!