
Der Auftaktband der Trilogie ist spannungsvoll, düster und vielschichtiger als ich zuerst dachte. Was ich damit meine erzähle ich dir unten im Text.
Fakten zum Buch:
Titel: Ein Friedensepos
Autorin: N. Jay
Verlag: Selfpublishing
Erscheinungsdatum: 24. April 2026
Seitenanzahl: 435 Seiten
ASIN: B0GY9XWQRN
Inhaltsangabe:
(Quelle: https://www.amazon.de/Ein-Friedensepos-Du-wei%C3%9Ft-auch-ebook/dp/B0GY9XWQRN, Datum: 01. Mai 2026)
Zeig mir dein Gehirn und ich sage dir, wer du bist!
Im Jahr 2150 zeigen Gehirnscans, wie eine Person sich im Laufe ihres Lebens entwickeln wird. Wird sie niederträchtig oder rechtschaffen? Nach diesen Kategorien leben die Menschen in unterschiedlichen Staaten. In Lightfield können sie sich frei entfalten, ohne Angst oder Unterdrückung. Unterdessen ist in Zeptaros jeder Tag ein Kampf ums Überleben. Fälschlicherweise wird beim Kategorisierungstest die Kleinkriminelle Sadie als rechtschaffen und der praktizierende Pazifist Gabe als niederträchtig erkannt. Ihr steht damit ein Leben voller Freiheit in Lightfield bevor, während Gabe ab sofort in Zeptaros um sein Leben kämpfen muss. Nach anfänglicher Freude und Annahme des Geschenkes beschließt Sadie, dass sie den Fehler richtigstellen muss. Vor allem, weil sie nicht ganz unschuldig daran ist. Sie will Gabe da wieder rausholen. Die Frage ist nur: wie?
„Im Großen wie im Kleinen, im Ganzen wie in Teilen, in Nichtigkeit und Wichtigkeit, vereint in alle Ewigkeit.“
| Rezensionsexemplar |
Cover und Ausstattung:
Das Cover hat mich vom ersten Moment an für sich eingenommen. Die Gestaltung ist düster und gleichzeitig sehr schön. Im Zentrum ist ein sich schlängelnder Fluss mit dunkler und karger Vegetation. Darüber sieht man einen wolkenverhangenen Himmel, der ein Unwetter ankündigt. Dornige Äste winden sich an mehreren Stellen über das Bild. Der Titel befindet sich in großer Schrift in der Mitte. Eine einsame Seerosenblume schwimmt auf dem Fluss. Unterhalb davon sind eine weißgraue und eine schwarzgraue Schlange zu entdecken. Da ich die Geschichte kenne, weiß ich für wenn sie stehen. Alle Motive harmonieren gut miteinander und ergeben ein tolles Gesamtbild.
Meine Meinung zum Inhalt:
Der Klappentext von »Ein Friedensepos« hatte mich auf Anhieb angesprochen, sodass ich mich sehr freute das Buch lesen zu dürfen. Der Schreibstil der Autorin N. Jay ist flüssig und gefühlsbetont. Schon früh fühlte ich mich als Teil der Handlung und war gespannt, wie sich die Geschichte entwickeln würde. Hätte ich es nicht gewusst, hätte ich nicht gedacht, dass dies der Debütroman der Autorin ist. Denn für ihr erstes Buch ist es enorm eindrücklich und äußerst gut geschrieben.
Ein paar Kleinigkeiten müssen noch ausgereifter werden, wie z.B. die etwas häufigen Wiederholungen bei Sadie. Ansonsten war die Geschichte mit vielen spannungsreichen Geschehnissen gespickt. Sie wurde über zwei Handlungsstränge von Sadie und Gabe erzählt. Anfangs noch getrennt, liefen sie mehrmals zusammen, bis sie schließlich eins blieben.
Während dem Verlauf wurde ich in das Gesellschaftssystem eingeführt und erfuhr, wie die Menschen lebten bzw. leben mussten. Das dystopische Setting wurde von der Autorin gut ausgearbeitet und verständlich beschrieben. Neben Sadie und Gabe gab es weitere Personen, auf die ich aus Spoilergründen nicht näher eingehe. Sadie verhielt sich lange sprunghaft und abenteuerlustig. Sie wusste im Prinzip nicht wirklich, wohin ihr Leben gehen sollte. Gabe hingegen wusste es genau. Er hatte bereits alles durchgeplant. Die Begegnung der Beiden sollte alles auf den Kopf stellen.
In meinen Augen dauerte die Charakterentwicklung von Sadie sehr lange. Ein großer Teil davon wurde gebraucht, damit ihre innerliche Veränderung glaubhaft ist. Dennoch hätte man kleine Abschnitte davon kürzer machen können. Trotzdem gelang es der Handlung mich für sich einzunehmen und mich tief in das Geschehen hinein zu ziehen. Vor allem mit Gabe fieberte ich mit, weil ich unbedingt wollte, dass er überlebte.
Zeptaros brachte einige blutige und gewaltvolle Szenen mit sich. Sie wurden intensiv beschrieben, weshalb sie für manche schwer verdaulich sind. Wer nicht mit sowas umgehen kann, sollte das Buch besser nicht lesen. Die zweite Hälfte des Buches inhalierte ich geradezu, weil ich sie dermaßen spannend fand. Ich fieberte mit den Protagonistinnen und Protagonisten mit und war erstaunt, wie standhaft Gabe blieb. Selbst als es ausweglos erschien ließ er sich nicht verbiegen. Bei all der Finsternis gab es auch schöne und gute Gefühle.
Schließlich gipfelten die Ereignisse in ein bildgewaltiges Finale mit erschreckenden Erkenntnissen. Dann kam das, weshalb ich leider einen Stern abziehen muss: Das Ende und damit der Cliffhanger. Für mich persönlich bliebt viel zu viel offen. Fast keine Frage wurde beantwortet, alles schwebt in der Luft. Stattdessen wurden noch mehr aufgeworfen, wodurch ich gefühlt hundert Fragezeichen im Kopf hatte. Versteh mich nicht falsch, ich mag es, wenn es einen guten und fiesen Cliffhanger gibt. Aber hier war es zu viel, weil so gar nichts aufgeklärt wurde.
Trotzdem hoffe ich, dass es bis Band 2 nicht allzu lange dauert, denn neugierig bin ich trotzdem was da noch herauskommt. Ich wünsche mir Antworten, damit das Handeln einzelner Personen einen Sinn ergibt.
Fazit:
Der Debütroman von N. Jay ist nicht nur der Auftakt ihrer Trilogie, sondern ein gelungenes erstes Buch. Ihr Schreibstil ist bereits wortgewandt und sehr eindrücklich. Manche Sachen müssen noch etwas ausreifen, doch hat sie großes Können. Die Handlung wurde über zwei Handlungsstränge in spannender Form beschrieben. Sadies Charakterentwicklung dauerte mir etwas zu lange. Am meisten fieberte ich in der zweiten Hälfte mit, weil die Geschehnisse dort eindrücklich und intensiv waren. Blutige, gewaltvolle und tödliche Szenen waren Teil des Geschehens. Meine Neugier wuchs mit jedem Kapitel, da ich die Zusammenhänge verstehen wollte. Leider endete das Buch mit einem gewaltigen Cliffhanger, der zu viel offen ließ und wie ein unpassender Cut wirkte.
Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!