
Das Hörbuch war sehr eindrücklich und gab mir eine neue emotionale Perspektive auf den jahrzehntelangen Kampf in und um Gaza. Unten im Text schildere ich dir, was ich erfahren habe.
Fakten zum Hörbuch:
Titel: Muscheln am Strand von Gaza
Autor: Hamza Abu Howidy
Sprecher: Camill Jammal
Verlag: Argon Verlag
Erscheinungsdatum: 29. April 2026
Version: Ungekürzt
Laufzeit: 6 Stunden und 32 Minuten
ISBN: 978-3-7324-8869-8
Inhaltsangabe:
(Quelle: https://www.argon-verlag.de/hoerbuch/hamza-abu-howidy-muscheln-am-strand-von-gaza-9783732488698, Datum: 29. April 2026)
Eine Geschichte von Verlust, Mut und der ungebrochenen Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten.
»Manchmal fühle ich mich wie der einsamste Palästinenser auf der Welt.«
Hamza Abu Howidy erzählt uns vom Aufwachsen im Gaza der 2000er-Jahre, von seiner Familie, besonders seinem Vater, der ihm beim Muschelsammeln die großen Lektionen des Lebens beigebracht hat, aber auch von den blutigen Kämpfen zwischen Fatah und Hamas, direkt vor seiner Haustür, und wie sehr das Leben in Gaza von Terror geprägt war. Jahre später protestiert er gegen die Hamas und wird festgenommen, gefoltert und muss fliehen. Heute zählt er zu den wichtigsten politischen Stimmen aus der palästinensischen Exilgemeinde, dabei lässt er sich weder von pro-israelischer noch pro-palästinensischer Seite vereinnahmen.
Ein sehr persönliches Hörbuch, das Hoffnung und Plädoyer zugleich für eine demokratische und friedliche Lösung des Nahostkonflikts ist.
Mitautorin: Judith Popp.
| Rezensionsexemplar via Netgalley |
Meine Meinung zur Geschichte:
Vor ungefähr zwei Jahren las ich das Buch »Die Hamas« von Joseph Croitoru und lernte dabei sehr viel über Gaza, die jahrzehntelangen Kämpfe mit Israel und vieles mehr. Was dabei jedoch fehlte waren Eindrücke von Menschen, die das Grauen vor Ort erlebten. Durch Hamza Abu Howidy bekam ich nun die Möglichkeit Gaza von einer ganz anderen Seite zu sehen.
Der junge Mann erzählte in diesem Buch von seinem Aufwachsen im Gaza-Streifen, wie er das Erstarken der Hamas erlebte und die Folgen davon durchleben musste. Mir war z.B. nicht bewusst, dass die Hamas so gut wie jeden als potenziellen Spion Israels betrachteten. Sie folterten das eigene Volk auf das Grausamste und legitimierten das Ganze mit ihrem Glauben. Als Außenstehende konnte ich all das kaum begreifen. Für mich war die Lebensgeschichte sehr bewegend und emotional.
Hamza Abu Howidy beschrieb wie er und seine Familie die Erlebnisse und Einschränkungen ertragen mussten. Sein eigener Widerstand sorgte dafür, dass er eingesperrt, gefoltert und mit dem Tod bedroht wurde und das obwohl er doch ein Palästinenser ist. Natürlich wissen wir, dass es unter den Bewohnern von Gaza Menschen gibt, welche die Hamas ablehnen. Dennoch hatte ich nicht auf dem Schirm wie sehr die Bevölkerung unter deren Herrschaft litt. Wer nicht zu ihnen gehörte, hatte kaum Chancen auf ein gutes Leben. Keinen Job, keine Wohnung, keine soziale Anerkennung… und vieles mehr.
Der Autor schrieb auch darüber, wie er Gaza schließlich verlassen musste und was er dafür auf sich nahm. Seine charakterliche Entwicklung nahm einen größeren Anteil ein. Es dauerte viele Jahre bis er erkannte, was er wollte und was er bereit war dafür zu tun. Dabei musste er seine Ängste besiegen und seinen Weg gehen. Als er es geschafft hatte, Gaza verlassen hatte und in Deutschland ein neues Zuhause fand, war es noch nicht vorbei. Auch hier lernte er stets dazu und erkannte irgendwann, dass jede Seite nicht nur schwarz oder weiß, sondern bunt oder graustufig ist.
Das Buch zeigt sehr gut, was durch Propaganda, Lügen und Falschmeldungen passieren kann und wie sehr die Menschen dadurch beeinflusst werden.
Meine Meinung zum Sprecher:
Der Sprecher Camill Jammal las die Lebensgeschichte von Hamza Abu Howidy in lebhafter und erfrischender Form. Seine Stimme hat einen angenehmen warmen und hellen Klang. Mir gefiel es, wie er das Gelesene betonte und mit dem Text eins wurde. So war es was für mich fast als würde mir der Autor selbst vorlesen.
Mein Fazit:
Dieses Buch gibt einen sehr persönlichen Eindruck in das Leben der Menschen in Gaza. Gleichzeitig klärt es auf und zeigt, dass nichts nur Schwarz oder Weiß ist, sondern immer Graustufen hat. Ich wusste nicht, wie brutal die Hamas mit der eigenen Bevölkerung umgehen. Überhaupt habe ich durch Hamza Abu Howidy viel über das Land und die Bewohner gelernt. Das Ganze war bewegend, emotional und von heftigen Erlebnissen durchzogen. Ich sehe den Krieg dort mit neuen Augen und hoffe, dass es bald eine Lösung und Frieden geben wird. Denn eins ist gewiss, die Hoffnung stirbt nie! Sprecher Camil Jammal las die Lebensgeschichte des Autors eindrücklich und ließ dessen Empfinden lebendig werden.
Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!
Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!