
Von diesem Buch war ich so enttäuscht, wie schon lange von keinem mehr. Die Gründe weshalb berichte ich dir spoilerfrei unten im Text.
Fakten zum Buch:
Titel: Dies Irae – Tag des Zorns
Autor: Adrian Schmelzenbart
Verlag: Federfrei Verlag
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2026
Seitenanzahl: 239 Seiten
ISBN: 14. Mai 2026
Inhaltsangabe:
(Quelle: https://federfrei.at/produkt/dies-irae/, Datum: 18. Juni 2026)
Neun Jahre nach dem ungeklärten Mord an ihrer Tochter zieht Dolly in das alte Haus ihres Großvaters im abgelegenen Waldviertel, um Frieden zu finden. Doch nachts leuchtet das Baumhaus ihrer Kindheit und ein Mädchen erscheint – blass, still und verstörend ähnlich ihrer getöteten Tochter. Dolly entdeckt das Grab des Kindes Melanie Schweiger und ahnt einen Zusammenhang. Während das Dorf schweigt, wächst in ihr der Zorn. Getrieben von Schmerz und der Hoffnung auf Gerechtigkeit, stellt sie sich der Vergangenheit – und einem Mörder, der mitten unter ihnen lebt..
| Rezensionsexemplar via Agentur |
Meine Meinung zum Cover:
Das Cover ist mir persönlich zu blass und ideenlos. Es zeigt lediglich einen dunkel bewölkten Himmel über den der Autorenname, der Titel in blutroter Schrift und der Titelzusatz in einem blauen Farbband zu sehen sind. Ganz unten wurden das Genre und der Verlag benannt.
Meine Meinung zum Inhalt:
Der Klappentext des Buches hatte mich angesprochen, sodass ich das Buch lesen wollte. Schnell stellte ich fest, dass der Autor einen sehr springenden Schreibstil hat. Wiederholt wurden Pronomen weggelassen oder Satze gestückelt aneinandergesetzt, sodass sie verschachtelt, abgehakt oder unnötig lang wurden. Zwei Beispiele: „Rieb weiter die Wange, jetzt mehr aus Verlegenheit, wirkte verloren, suchte passende Gedanken, die sich nicht fanden, um brauchbare Worte daraus zu formen.“ von Seite 75 oder „Verschränkte sperrig die Arme, herausfordernder Blick: »Und ich hause nicht, ich wohne.«“ von Seite 37.
Darüber hätte ich noch hinwegsehen können, wären da nicht die Szenenwechsel bzw. Handlungssprünge mitten in einer Szene. Befand sich Dolly gerade mitten in einem Gespräch, war sie im nächsten Satz woanders. Zudem wurde nicht wirklich ermittelt. Dolly beschuldigte bestimmte Personen ohne wirklich Beweise oder echte Fakten gesammelt zu haben. Glaubte alles was man ihr sagte oder was passend für sie klang. Sie agierte aggressiv und impulsiv, schien kaum andere Gemütszustände zu kennen.
Durch ihren schrecklichen Verlust konnte ich verstehen, dass sie psychisch ein Wrack war und mit dem Tod ihres kleinen Mädchens nicht fertig wurde. Hass, Wut und Zorn verzehrten sie. Diese Facette war das einzig Positive, das mir zur Geschichte einfällt. Der Mystery-Aspekt war am Anfang noch gut, doch irgendwann kam etwas hinzu, das aus heiterem Himmel geschah und nicht mit den Geschehnissen zusammenpasste. Plötzlich wurde ich in die Szene gestoßen und fühlte mich fehl am Platz. Es war als wollte der Autor mit aller Gewalt noch mehr Paranormales und Tod einbringen,
Versteh mich nicht falsch. Ich schätze die Arbeit, die Zeit und die Muße, die der Autor in das Buch gesteckt hat. Doch war die Umsetzung nicht meins. Hätte das Buch mehr als 239 Seiten gehabt, hätte ich es wohl abgebrochen, so wenig konnte mich die Geschichte packen. Ich hätte mir mehr echte Ermittlungen von Dolly gewünscht. Sie konfrontierte einfach drauf los ohne wirklich etwas zu haben. Aus Spoilergründen kann ich leider nicht auf die Verdächtigen und anderen handelnden Personen eingehen.
Schon von Anfang an war mir klar wer der Täter ist, wobei am Ende nicht alles abschließend geklärt wurde. Ein wesentlicher Teil blieb in der Luft hängen. Auch das hat mir nicht gefallen. Das Finale war vielversprechend und ich dachte mir jetzt wirds endlich spannend. Doch dann kam eine Wendung, die ich nicht nachvollziehen konnte. Der Ausgang war mir damit zu paradox und unbefriedigend.
Mein Fazit:
Dieses Buch war trotz seiner guten Grundidee ein richtiger Flop für mich. Klang der Klappentext spannend, war die Handlung zäh und von einem Schreibstil geprägt, der mich wahnsinnig machte. Zu viele abgehakt verschachtelte Sätze, weggelassene Pronomen, sowie Zeit- und Handlungssprünge waren Stilmittel, die mir gar nicht gefallen haben. Dolly ermittelte nicht, sondern verdächtigte ohne Beweise oder echte Fakten. Sie konfrontierte stets aggressiv und war dann sauer, wenn es genauso so zurückkam. War der Mystery-Aspekt am Anfang noch gut, wurde er durch eine Wendung immer abstruser. Selbst das Finale konnte mich nicht überzeugen. Eigentlich schade, denn die Geschichte hätte Potenzial gehabt.
Ich vergebe 1 von 5 möglichen Sternen!
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!