Rezension zu [Hörbuch] Das gierige Haus von Christina Henry

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Bei diesem Buch gelang es der Autorin einiges an Spannung aufzubauen, wobei es auch unnötige Längen gab. Was mir gefiel und was nicht schildere ich dir unten im Text.

Fakten zum Hörbuch:
Titel: Das gierige Haus
Autor: Christina Henry
Übersetzerin: Sigrun Zühlke
Sprecherin: Josefine Hoffmann
Verlag: Hörbuch München von RBmedia Verlag
Erscheinungsdatum: 23. April 2026
Version: Ungekürzt
Laufzeit: 10 Stunden und 27 Minuten
ASIN: B0GJTP5L6N

Inhaltsangabe:
Ein Haus, in dem einst sieben Menschen starben. Ein Haus, in dem erneut ein Junge verschwindet. Ein Haus, dessen Hunger noch nicht gestillt ist …
In einer Straße in Chicago steht ein Haus – ein verlassenes Haus, in dem in den Siebzigerjahren grausame Dinge geschahen. Sieben Menschen starben. Das Verbot, sich dem Gebäude zu nähern, macht es für die Kinder der Nachbarschaft noch interessanter. Als die 13-jährige Jessie ihren kleinen Bruder Paul zur Mutprobe herausfordert, betritt er das Haus und kehrt nie wieder zurück. Jahre später: Die erwachsene Jessie wohnt immer noch in derselben Straße, als eine Dunkelheit sich rund um das Haus ausbreitet. Eine Dunkelheit, die lebendig zu sein scheint – und gierig …

(Quelle: https://www.amazon.de/Audible-Das-gierige-Haus-Roman/dp/B0GJTP5L6N, Datum: 11. Mai 2026)
Rezensionsexemplar via Netgalley

Meine Meinung zur Geschichte:

Das beschriebene Setting im Klappentext sprach mich an und da mir die meisten Bücher von Christina Henry gefallen haben, wollte ich in ihr neuestes Werk eintauchen. Der Schreibstil war auch dieses Mal ausführlich und detailliert. Die Autorin führte die Protagonistin Jessie ein, welche mir ihre Geschichte selbst erzählte.

Das junge Mädchen entsprach einer typischen Teenagerin zu jener Zeit. Sympathie entwickelte ich für sie erst im Laufe der weiteren Handlung, denn ich tat mich schwer mit ihr. Zwischendurch beschrieb sie selbst, dass ihre Entscheidungen nicht immer die besten waren und da musste ich ihr zustimmen. Auf die weiteren Protagonistinnen und Protagonisten gehe ich aus Spoilergründen absichtlich nicht näher ein.

Grundsätzlich fand ich das Geschehen spannend, weil mit dem verfluchten Haus eine gewisse Spannung da war. Allerdings fühlten sich die meisten Abschnitte wie ein klassischer Roman über das Leben einer jungen Frau an. Bezüglich des Settings baute die Autorin ein authentischen Kleinstadt-Feeling in den 1970er und danach auf. Sie beschrieb die Dynamik der damaligen Zeit in den Stadtvierteln und wie die Menschen dort leben.

Der Horror bewegte sich lange Zeit subtil im Hintergrund und behandelte vielfach die Angst vor dem Haus der Protagonistinnen und Protagonisten. Natürlich nahm er an Vehemenz zu, wenn wir uns direkt vor Ort befanden und es zu „Taten“ und „Episoden“ kam. Diese Szenen waren äußerst emotional und stimmungsintensiv. Außerhalb davon plätscherte das Geschehen meistens vor sich hin. Hin und wieder zeigte sich die „Macht“ des Hauses auch über seinen ursprünglichen Wirkungskreis hinaus.

Es gab wiederholt Szenen, die ich als ausschweifend empfand. Die Autorin beschäftigte sich im Mittelteil zu lange uns zu intensiv mit Jessies privaten Problemen und ihrem Versuch ihr Leben in gute Bahnen zu lenken und zu behalten. Erst im letzten Drittel nahm die Handlung deutlich Fahrt auf. Es kam zu folgenreichen Szenen, die Jessie zum Handeln brachten. Angst und Liebe sorgte dafür, dass sie über sich hinauswuchs.

Am besten fand ich die Abschnitte in denen ich mehr über das Haus erfuhr. Über den gesamten Handlungszeitraum wurden Informationen gestreut, die sich im letzten Drittel stark häuften. Endlich begann ich die ganzen schrecklichen Ausmaße zu verstehen, die damit zu tun hatten. Rote Fäden, die zuvor fast verloren schienen, fügten sich zusammen. Dadurch kam es zu einem äußerst spannenden und gefühlsintensiven Finale. Zudem hielt es einige Überraschungen für mich bereit.

Nach dem Ende war ich froh, dass ich die langatmigen Kapitel überstanden hatte, da mich das Finale für sich begeistern konnte. Allerdings hoffe ich, dass die Autorin in ihren nächsten Romanen wieder mehr anhaltende Düsternis und mehr direktes Grauen einbringt.

Meine Meinung zur Sprecherin:

Die Stimme der Sprecherin Josefine Hoffmann hat einen angenehm jungen und hellen Klang. Ihr Vorlesen war flüssig, wortgewandt und gefühlsbetont. Sie versetzte sich gekonnt in die Hauptprotagonistin Jessie hinein und ließ damit das Erzählen realistisch wirken. Ihr ist es zu verdanken, dass ich jene Abschnitte überstand, die ich als langwierig und eintönig empfand.

Mein Fazit:

»Das gierige Haus« hat eine spannende Grundgeschichte. Für mich verlor sich die Autorin im Mittelteil zu sehr in den privaten Problemen von Jessie. Das Haus stand über weitere Teile zu sehr im Hintergrund. Dennoch fand ich den subtil aufgebauten Horroranteil gut und war neugierig wie es weitergehen würde. Am meisten interessierten mich die Hintergründe wie das Haus so geworden war. Das letzte Drittel war am spannendsten und am aufregendsten. Hier fieberte ich am meisten mit. Das Finale trug gute Überraschungen mit sich und war dementsprechend fesselnd. Dank der Sprecherin Josefine Hoffmann überstand ich die langatmigen Abschnitte. Ihr Vorlesen war flüssig und gefühlsbetont.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 4 von 5.

Der Hörbuch-Download wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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