
Der Debütroman ist ein solider Auftakt und versprach mir eine gute Storyline. Wie ich die Geschichte fand, lasse ich dich unten im Text wissen.
Fakten zum eBook:
Titel: Der Pfad nach Manjuna
Autor: Lucas Falk
Verlag: Selfpublishing (Independently publ.)
Erscheinungsdatum: 8. Oktober 2025
Seitenanzahl: 328 Seiten
ASIN: B0FVFDQKY8
Inhaltsangabe:
(Quelle: https://www.amazon.de/dp/B0FVFDQKY8/, Datum: 10. Oktober 2025)
Eine Hure mit perfektem Gedächtnis.
Eine Diebin mit den Ohren einer Maus.
Ein Mörder ohne Seele.
Samra vergisst nur, was sie will. Jedes Detail, selbst Jahre vergangen, bleibt in ihrem Gedächtnis. Demütigungen und Schmerzen hingegen sperrt sie weg, in ihre geheime Truhe. Als Hure lebt sie in Ilyen, einer Stadt zu Füßen gigantischer Steintore. Seit Urzeiten verschlossen, sollen sie ins gefährliche Reich der Götter führen. Als die Tore sich zu öffnen drohen und die Stadt evakuiert wird, schmiedet Samra einen Fluchtplan. Maus’ Ohren entgeht nichts. Nicht die Atemzüge einer Wache, nicht das Klicken eines Tresors – und nicht das mysteriöse Flüstern, das aus den Toren dringt. Angeblich besitzt einer der Hurenmeister eine Karte, die einen Geheimweg hinein weist. Im Chaos der Evakuierung wagt Maus den Einbruch. Doch ein Mörder hat sich längst an ihre Fersen geheftet.
Märchenhaft-dunkle Fantasy zwischen Alice in Wonderland und Dark Souls
| Rezensionsexemplar via Autor |
Meine Meinung zum Cover:
Nach dem Lesen der Geschichte bin ich mir sehr sicher, dass auf dem Cover Samra zu sehen ist. Die Beschreibung des Charakters im Buch passt zu der Darstellung auf dem Bild (das Halsband, die Schlange u.a.). Im Hintergrund ist ein wenig Natur in blauer Farbe zu sehen, sie entspricht den Pilzwäldern. Mir gefällt, dass Samra das zentrale Element ist und alles andere quasi um sie herum gestaltet ist. Der Aquarellstil und die Detailgenauigkeit sind der Zeichnerin gut gelungen.
Meine Meinung zum Inhalt:
Der Einstieg in den Debütroman von Autor Lucas Falk war direkt und klar. Die Geschichte begann mitten in einer Szene, in der ich die Protagonistinnen Samra und Chi kennen lernte. Samra sollte sich im weiteren Verlauf zu einer Hauptfigur entwickeln. Der Schreibstil des Autors wirkte auf mich ziemlich ausführlich, jedoch in einem angenehmen Rahmen.
Es gab insgesamt drei Handlungsstränge mit Samra, Maus und Salil. Je weiter das Geschehen voranschritt, umso mehr zeichnete sich ein roter Faden ab. Lange Zeit liefen die Ereignisse rund um die drei Personen und ihre Begleiterinnen und Begleiter parallel. Kurz gab es einen Berührungsmoment bei zweien, später flossen welche ineinander. Aus Spoilergründen gehe ich allerdings nicht näher darauf ein. Die Geschehnisse rund um Samra gefielen mir am besten. Ihr Charakter bekam durch Chi und Iri mehr Tiefe. Ich bekam einen Einblick in ihr Denken und ihre Fähigkeit Unerwünschtes zu vergessen. Ihre loyale Art und ihren Mut mochte ich sehr.
Bei Maus war ich mir lange Zeit nicht sicher, was ich von ihr denken sollte. Sie litt an Kleptomanie und hatte stets eine Sucht nach mehr. Wenigstens behielt sie ihren Überlebensinstinkt, wobei ich mich fragte, ob ihre Besessenheit nicht ein böses Ende nehmen wird. Salil und sein Kumpel Karu konnte ich zuerst nicht durchschauen. Sie agieren brutal, doch war da auch was Weiches. Wem unterstanden sie und aus welchem Antrieb handelten sie? All das beschäftigte mich sehr lange. Maiki tauchte mir zu plötzlich auf. Sie war von einem Moment auf den anderen da und nahm einen großen Raum in der weiteren Handlung ein. Die junge Frau war eindeutig wahnsinnig.
Nach und nach streute der Autor ein paar Informationen zum Weltenbau ein. Ich erkannte bald, dass hinter den Toren etwas Mächtiges sein musste. Bis auf eine Legende, die kurz erwähnt wird und dass es etwas mit Göttern auf sich hatte, erfuhr ich nicht viel. Ich hätte gern ein paar Fakten mehr zu den Pfaden nach Manjuna (immerhin titelgebend), dem Manjuna-Ritual und den Manju-Ringen erhalten. Ich hoffe, dass der Autor im nächsten Band deutlichere Beschreibungen liefert. Denn ich möchte mir das Ganze klarer vorstellen können.
Dennoch hat mich die Geschichte gut unterhalten, weil ich erfahren wollte, ob Samras Flucht gelingen würde und was hinter den Toren steckte. In der zweiten Hälfte kam es dahingehend zu einem entscheidenden Ereignis, dass ich mit Neugier verfolgte. Die darauffolgenden Ereignisse fand ich vom ganzen Buch am spannendsten, da ich tiefer in die Welt eintauchen konnte. Bei zwei Unterhaltungen gab es etwas, dass mich ein wenig störte: Ich konnte ihnen nur teilweise folgen, weil einige Sätze in Mittelhochdeutsch geschrieben waren und es keine vollständige Transkription gab. Da ich manche davon wiederholt lesen musste, kam ich auch aus dem Lesefluss heraus.
Wenige Kapitel vor dem Ende kam es zu sehr intensiven und spannungsreichen Szenen. Maus musste alles geben und Samra durfte nichtaufgeben. Bei ihr verstand ich etwas nicht, allerdings vermute ich, dass das Absicht war und im Folgeband aufgeklärt wird.
Mein Fazit:
Der Debütroman von Lucas Falk bot mir einige spannende Szenen, emotionale Momente und gute Wendungen. Die Protagonistinnen und Protagonisten mussten sich entscheiden und an ihren Plänen arbeiten. Samra mochte ich am liebsten, Maus am wenigstens. Mit der Zeit kam ein kleiner Weltenbau hinzu, wobei für mich persönlich noch viele Informationen fehlen. Dennoch wurden die Geschehnisse mit einem guten Maß Spannung beschrieben. Einzig zwei Unterhaltungen in der zweiten Hälfte waren mir zu unverständlich. Trotzdem machte es mir Spaß die Geschichte zu lesen, da der rote Faden immer mehr zusammenfand und meine Neugier im Verlauf des Ganzes geweckt werden konnte. Ich bin gespannt, wie es in Band 2 weitergehen wird.
Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!
Das eBook wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!