Rezension zu Die Psyche des Bösen von Axel Petermann

© Cover: Heyne Verlag, Foto: Viktoria M. Keller

Dieses Buch befasst sich auf einer analytischen und psychologischen Ebene mit verschiedenen Verbrechen. Ob es mir gefallen hat, erläutere ich dir unten im Text.

Fakten zum Buch:
Titel: Die Psyche des Bösen
Autor: Axel Petermann
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 11. Februar 2026
Seitenanzahl: 384 Seiten
ISBN: 978-3-641-31514-6

Inhaltsangabe:
Warum Menschen morden …
Was steckt hinter dem Tod einer Buchhalterin, die in einer Käserei erstochen wurde? Gibt es tatsächlich einen weiteren geheimnisvollen Täter, der den Mord vollendete? Spurlos verschwand kurz vor der Wende 1989 ein 13-jähriges Mädchen auf dem Weg zur Schule. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, denn jeder aus ihrem Umfeld hatte ein Motiv. Doch was geschah wirklich? Und versucht ein elfjähriger Junge ein Mädchen aus seiner Nachbarschaft zu erwürgen, ehe er später tatsächlich zum dreifachen Mörder wird?
Axel Petermann widmet sich drei spektakulären Fällen und liefert erstaunliche neue Erkenntnisse. Seine Ermittlungen zeigen: Häufig werden Fälle vorschnell zu den Akten gelegt. Ein ganz besonderes Augenmerk legt er diesmal auf die Psyche der Täter. Was macht Menschen zu Mördern – und wie wählen sie ihre Opfer aus? Der renommierte Kriminalist blickt in menschliche Abgründe und kommt mit den Methoden des Profiling den Verbrechern auf die Spur. Spannender als ein Krimi und beängstigend wahr.

(Quelle: https://www.penguin.de/buecher/axel-petermann-die-psyche-des-boesen/ebook/9783641315146, Datum: 19. Februar 2026)
Rezensionsexemplar via Bloggerportal

Meine Meinung zum Cover:

Auf dem Cover ist der Profiler und Autor des Buches Axel Petermann persönlich zu sehen, der gerade durch einen verlassenen Ort geht. Im Vordergrund über seinem Kopf sind Autorennamen und Titel zu finden. Im unteren Bereich wurde noch ein Titelzusatz platziert. In Summe ein passendes Cover für eine ernste Thematik.

Meine Meinung zum Inhalt:

Axel Petermann ist eine Koryphäe in seinem Fach. Das ist ein unumstreitbarer Fakt. Der Profiler ist mir von seinem Buch »Im Auftrag der Toten – Cold Cases: Ein Profiler ermittelt«, diverser TV-Produktionen und seiner True Crime Reihe mit Petra Mattfeldt bekannt. Deshalb war klar, dass ich auch sein neuestes Werk lesen wollte.

Sein Umgang mit den Verbrechen war respektvoll und neutral. Die Aufarbeitung von ihm war akribisch, genau und von mehreren Seiten beleuchtend. Es überraschte mich, dass er sich nicht nur einem Cold Case widmete, sondern auch einen vermeintlich aufgeklärten Fall erneut durchleuchtete. Herr Petermann lieferte nur Details und Fakten zu den Fällen selbst. Er gab auch Hintergrundinformationen Preis, wodurch ich besser nachvollziehen konnte, woher er seine Schlüsse nahm.

Ein Beispiel wäre hierfür seine Nachfragen zur Stasi im Fall Carola Raabe. Durch seine Vorgehensweise konnte er ausschließen, dass Carola von dieser verschleppt wurde. Er fand heraus, dass diese Monate zuvor ihre „Tätigkeiten“ woanders hin verlegt hatten. Für mich war er erstaunlich, wie viel der Autor auch noch Jahrzehnte nach dem Verschwinden des Kindes rekonstruieren konnte. Umso trauriger war ich, dass man die offizielle Suche nach ihr nicht mehr aufgenommen hat. Zumal sich in meinen Augen neue Hinweise ergeben hatten.

Der abgeschlossene Fall Sonja Hauser war anders gelagert. Hier wurde der Mörder überführt und verurteilt. Dennoch gab es Menschen, die nicht an seine Schuld glaubten und den „wahren“ Mörder suchten. Auch in diesem Fall fand ich es aufschlussreich, wie Axel Petermann trotz der Nähe zu den Angehörigen neutral blieb und die Tat von allen Seiten betrachtete. Es war schlimm zu lesen, wie ein Gerichtsmediziner versagte und nicht bereit war dazu zu stehen.

Als drittes Verbrechen ging es um die Taten des Mörders Roger B. In diesem Fall beleuchtete Herr Petermann dessen Werdegang. Petermann selbst traf auf ihn als der Junge gerade mal elf Jahre alt war. Ich muss gestehen, dass mich der Grund ziemlich schockierte. Der Autor versuchte zu ergründen warum Roger B. die Verbrechen begangen hatte und traf sich sogar mit ihm Gefängnis.

Bei allen drei Verbrechen befragte Axel Petermann noch lebende Zeitzeugen und Beteiligte bzw. Täter, er ging in Archive oder ließ sich Akten schicken. Er inszenierte sogar Tatortrekonstruktionen und besuchte die jeweiligen Orte. In seinem Text begründete er wie er seine Schlüsse zog und beschrieb seine Vorgehensweise dabei genau.

Durch seine Sicht auf die jeweiligen Geschehnisse brachte er mich zum Nachdenken. Vorurteile sind schnell gemacht, neutral sein ist nicht immer einfach. Genaues Hinsehen kann helfen. Die Psyche des Menschen ist unglaublich komplex und vielseitig. Da die Namen aufgrund von Persönlichkeitsrechten und dem Schutz der Personen geändert wurden, konnte ich leider selbst kaum Informationen etwas bei einer eigenen Internetsuche herausfinden.

Mein Fazit:

»Die Psyche des Bösen« ist ein aufschlussreiches Buch indem Autor Axel Petermann sein Wissen und sein Können für eine akribische und genaue Aufarbeitung dreier Verbrechen verwendete. Er zeigte uns wie komplex die menschliche Psyche ist und es deshalb oft schwierig wird, einem Täter auf die Spur zu kommen. Die Fälle wurden neutral von allen Seiten beleuchtet, was sich auch durch eine intensive Recherche auszeichnete. Er handelte aktiv, sah sich Tatorte an oder rekonstruierte sie. Hintergrundinformationen halfen die Schlüsse des Autors nachvollziehbar zu machen. Rundum ist es ein interessantes Buch, dass sich nicht nur oberflächlich mit den Verbrechen beschäftigte, sondern tief in sie hinein tauchte und die Psyche des Ganzen zu analysieren versuchte.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 5 von 5.

Das eBook wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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