Rezension zu [Hörbuch] Himmelerdenblau von Romy Hausmann

©2025 Romy Hausmann (P)2025 der Hörverlag

»Himmelerdenblau« hatte es auf vielen Ebenen in sich – emotional, storytechnisch und einige mehr. Erfahre unten im Text wie mir das Hörbuch gefallen hat.

Fakten zum Hörbuch:
Titel: Himmelerdenblau
Autorin: Romy Hausmann
Sprecher*innen: siehe unten
Verlag: der Hörverlag
Erscheinungsdatum: 25. Oktober 2025
Version: Ungekürzte Lesung
Laufzeit: 13 Stunden und 56 Minuten
ISBN: 978-3-8445-5401-4

Inhaltsangabe:
Ein gnadenloser Thriller über das Verschwinden eines Kindes. Die Angst vor dem Erinnern. Über zerstörte Leben und die Abgründe von »True Crime«. Endlich: der neue Thriller von Romy Hausmann
»Der Teufel hatte gewonnen. Seine Macht war grenzenlos. Meinen Körper würde er am Leben halten, gerade so. Wie eine Trophäe. Doch als ich zu mir kam, fand ich mich plötzlich wieder am Ufer des Sees …«
Seit dem 7. September 2003 ist Julie Novak verschwunden. Die Familie ist daran zerbrochen. Nur ihr Vater Theo hört nicht auf, nach ihr zu suchen. Als sich Julies Verschwinden zum zwanzigsten Mal jährt, nimmt die Podcasterin Liv Kontakt zu Theo auf. Sie sei auf eine neue Spur gestoßen. Doch wenn er die Wahrheit erfahren will, muss er sich beeilen, bevor seine fortschreitende Demenz alles mit Dunkelheit überzieht. Wer zum Teufel hat ihm seine Tochter genommen? Warum hat Julies Ex-Freund Daniel das Schlafzimmer seiner verstorbenen Mutter so sorgfältig verschlossen? Und gibt es etwas Grausameres als die Ungewissheit über das Schicksal des eigenen Kindes?

(Quelle: https://www.penguin.de/buecher/romy-hausmann-himmelerdenblau/hoerbuch-download/9783844554014#rezensionen-4481282, Datum: 1. Februar 2026)
Rezensionsexemplar via Bloggerportal

Meine Meinung zur Geschichte:

Bisher kannte ich von Romy Hausmann nur das Buch »True Crime – Der Abgrund in dir«. Nun wollte ich endlich einmal einen Thriller von ihr lesen/hören und so kam »Himmelerdenblau« zur rechten Zeit. Der Schreibstil der Autorin war eindrücklich und höchst emotional. Ich hatte den Eindruck Teil der Handlung zu sein und an der Seite der Protagonistinnen und Protagonisten zu stehen, so intensiv war die Erzählweise für mich.

Das Setting der Geschichte war klar gesteckt, denn die Handlung drehte sich um den Fall von Julie Novak, die vor knapp 20 Jahren verschwunden war. Seither wurde alles Mögliche versucht um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Mit Podcasterin Liv kam neuer Wind in den Fall, wobei sie nicht wirklich aus eigenem Antrieb ermittelte. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich sie und ihren Freund Phil mögen würde. Phil war mir von Beginn an unsympathisch aufgrund seiner Sensationsgier und seinem engstirnigen Denken, sowie seinem Verhalten. Ich hatte den Eindruck, dass er sich sehr manipulativ verhielt.

Liv war anders als er, denn sie hatte noch ein Gewissen, zumindest meistens. Denn schnell wurde mir klar, dass die Beiden die Fälle, die sie im Podcast vorstellten, oft nicht neutral präsentierten. Teilweise waren ihre Mutmaßungen wirklich heftig und vollkommen daneben. Neben Liv war Theo eine Hauptfigur, der demenzkranke Vater von Julie. Es war beeindruckend und bewegend wie die Autorin die Demenzerkrankung von ihm dargestellt hat. Das Ganze fühlte sich unglaublich realistisch an und hat mich stellenweise stark berührt.

Durch Liv aufgeschreckt wollte der alte Mann noch ein letztes Mal versuchen seine verschwundene Tochter zu finden. Ab diesem Zeitpunkt durchlebte die Handlung ein wahres Kaleidoskop der Gefühle. Theo, Sophia und Liv wurden tief in einen sich windenden Ereignisstrudel hineingezogen.

Parallel dazu gab es einen Handlungsstrang der sich um Daniel drehte, dem Ex-Freund von Julie. Ihr Verschwinden zerstörte sein Leben von Grund auf, was sich durch die letzten 20 Jahre bis heute zog. Daniel war durch die Geschehnisse psychisch krank geworden. Er tat mir leid, obwohl ich manchmal kurz schwankte, ob er wirklich unschuldig war. Auch die Geschehnisse rund um Lara hatten es in sich. Immer wieder zweifelte und hoffte ich, fragte mich was hier los war. Es passte irgendwie nicht zusammen und doch musste da etwas sein.

Während dem Verlauf erlebte ich Höhen und Tiefen, Dramatik, sowie liebevolle Szenen. Manchmal war da Schmerz, dann Trauer und Wut. Dann wiederum Liebe und Geborgenheit. Die Ereignisse nahmen mit der Zeit immer größte Ausmaße an. Immer mehr Wendungen geschahen. Während ihrer Ermittlungen traf Liv auf weitere Schicksale und Todesfälle. Je näher das Ende kam, umso spannungsreicher wurde es. Im letzten Dritel passierte etwas, das das Spannungslevel noch eine Stufe höherstellte.

Fassungslos beobachtete ich, was nach dieser „Tat geschah. Ich hatte bereits während dem gesamten Verlauf mitgerätselt und versucht die Fakten zusammen zu setzen. Ein Verdacht war mir auch gekommen, wer für Julies Verschwinden oder zumindest für damit verbundene Geschehnisse verantwortlich war. Doch jetzt wusste ich nicht mehr wo ich stand. Eine weitere Wendung führte schließlich zur Wahrheit und der Auflösung. Die Autorin hatte mich so gekonnt an der Nase herumgeführt, dass ich selbst jetzt noch Tage nach dem Beenden des Hörbuches erstaunt bin.

Damit hatte ich nicht gerechnet. Kurz vor dem Schluss erkannte ich eine finstere Wahrheit und wusste, dass Gerechtigkeit oft schwierig zu erreichen ist. Zumal das Ende keine Hoffnung gab, dass es wirklich zu Ende war. Dennoch empfand ich es als stimmig und passend. All das macht das Hörbuch zu einem meiner Jahreshighlights von 2026.

Meine Meinung zu den Sprecherinnen und Sprechern:

Für die verschiedenen Protagonistinnen und Protagonisten wurden hervorragende Sprecherinnen und Sprecher ausgewählt. Felix von Manteuffel und Uve Teschner kannte ich bereits aus anderen Produktionen. Zudem las die Autorin selbst eine der Figuren, nämlich die Podcasterin Liv. Die Stimmen passten zu den Figuren. Gemeinsam erweckten sie die Geschichte zum Leben, weil sie eins mit ihren Rollen wurden. Ich hatte dadurch ein noch intensiveres Hörerlebnis, weil ich jede Figur einer Stimme zuordnen konnte und sofort wusste, bei wem es weiterging, wenn ein Szenenwechsel kam.

Sprecherinnen und Sprecher: Romy Hausmann, Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe, Uve Teschner, Florian Gregorzyk, Leslie Malton

Mein Fazit:

Die Geschichte rund um Julies Verschwinden ließ mich ein großes Gefühlskaleidoskop erleben. In kurzer Zeit ging es durch Höhen und Tiefen über Berge und Täler – natürlich im übertragenden Sinn. Alle drei Handlungsstränge hatten es in sich und waren enorm spannend. Immer wieder wurde es extrem emotional. Durch die eindrückliche Erzählweise der Autorin Romy Hausmann wurde ich tief in das Geschehen hineingezogen. Stellenweise war ich tief berührt – vor allem Theo schaffte das immer wieder.

Je näher das Finale kam, umso dramatischer wurde es. Am Ende gipfelte das Ganze in ein enorm emotionales Ende. Wobei es einen finsteren Beigeschmack hatte. Dennoch habe ich nichts an der Geschichte zu bemängeln. Stattdessen kann ich nur Lob aussprechen. Dieses gilt auch dem Sprecherinnen- und Sprecherteam. Für mich wurden sie eins mit ihren Rollen, was das Hörerlebnis noch eindrücklicher machte. Ihre Stimmen und ihr emotionales Können waren grandios. Das Hörbuch ist eins meiner Jahreshighlight von 2026.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 5 von 5.

Der Hörbuch-Download wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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