Rezension zu [Hörbuch] Nikotin – Eine Tragödie in drei Akten von Agatha Christie

©1934 Agatha Christie Limited (P)2025 der Hörverlag

Die Geschichte war spannend, nur kam Poirot zu wenig vor und die Auflösung wirkte unrund. Meine volle Meinung führe ich unten im Text genauer aus.

Fakten zum Hörbuch:
Titel: Nikotin – Eine Tragödie in drei Akten
Autorin: Agatha Christie
Sprecher: Christoph Maria Herbst
Verlag: der Hörverlag
Erscheinungsdatum: 20. Oktober 2025
Version: Ungekürzte Lesung
Laufzeit: 6 Stunden 44 Minuten
ISBN: 978-3-8445-5417-5

Inhaltsangabe:
Als Pfarrer Babbington auf einer Party an seinem Cocktail nippt, bricht er tot zusammen. Wenig später kommt es bei einem Dinner zur nächsten Tragödie, und auch der hoch angesehene Arzt Sir Bartholomew Strange stirbt. Hercule Poirot hegt keinen Zweifel daran, dass die beiden Unglücksfälle miteinander zusammenhängen. Denn immerhin waren bei beiden Anlässen dieselben Gäste zugegen. Doch wer von ihnen hatte ein Motiv für gleich zwei Morde?

(Quelle: https://www.penguin.de/buecher/agatha-christie-nikotin-eine-tragoedie-in-drei-akten/hoerbuch-download/9783844554175, Datum: 18. Januar 2025
Rezensionsexemplar via Bloggerportal

Meine Meinung zur Geschichte:

Nachdem ich das Hörspiel »Das geheimnisvolle Verbrechen in Styles – Poirots erster Fall« von Agatha Christie gehört hatte, wollte ich mehr von ihren Romanen in voller Länge kennenlernen. Ich entdeckte »Nikotin« und dachte mir „mit dem beginnst du“. Im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob ich die richtige Wahl getroffen habe. Der Erzählstil der Autorin ist zweifellos gewandt und bildhaft. Der Zeitgeist ihres Jahrhunderts wurde von ihr gut eingefangen.

Der Anfang der Geschichte begann vielversprechend, denn schnell kam es zu einem tragischen Todesfall im Hause des Schauspielers Sir Charles Cartwright. Seine Dinnerparty lief damit ziemlich aus dem Ruder. Anwesend waren neben Cartwright und Hercule Poirot Mr. Satterthwaite, Sir Bartholomew Strange, Miss Milray, Angela Sutcliffe, Mr. und Mrs. Dacres, Mr. und Mrs. Babbington, Lady Mary Lytton Gore, Miss Hermione „Egg“ Lytton Gore und Oliver Manders. Bei 13 Personen fiel es mir schwer den Überblick zu behalten.

Zu meiner Enttäuschung stand nicht Poirot als Ermittler im Vordergrund, sondern Mr Satterthwaite, Sir Charles Cartwright und die junge Egg Kytton Gore. Bei Letzterer musste ich über den Spitznamen „Egg“ schmunzeln. Die drei Personen trieben die Handlung konstant voran und sorgten damit für ein gutes Maß an Spannung.

Poirot kam mir persönlich in der ersten Hälfte viel zu wenig vor. Ich erlebte ihn nicht beim Ermitteln, was ich eigentlich erwartet hatte. Als er endlich richtig Teil der Handlung wurde, war er nur eine Randfigur und hatte dann plötzlich alle wichtigen Hinweise. Und das meiste aus den Erzählungen der Anderen, anstatt selbst tätig zu werden. Erst zum Schluss handelte er ein wenig. Immerhin hatte ich Neues über das Gift Nikotin gelernt.

Die Auflösung wer hinter den Taten stand kam für mich aus dem Nichts. Ich konnte zwar nachverfolgen wie und warum das Ganze passiert sein sollte, jedoch war das Motiv völlig aus der Luft gegriffen. Ehrlich gesagt fand ich es unlogisch, dass jemand wegen sowas derartig handeln sollte. Die Offenbarung des Täters war nicht stimmig, eher fade und seltsam. Es wurde nicht gut dargestellt wie Poirot auf die Schlussforderungen gekommen war. Da half es ebenso nicht, dass er kurz vor Ende eine wichtige Entdeckung machte. Auch das Ende konnte mich nicht zufrieden stellen.

Meine Meinung zum Sprecher:

Der Sprecher Christoph Maria Herbst war der Grund, warum ich das Hörbuch bis zum Ende gehört habe. Sein Vorlesen war grandios und unterhaltsam. Ich war begeistert davon, wie er die Figuren las und ihnen damit eine wenig mehr Identität gab. Seine Stimme ist prägnant und markant.

Mein Fazit:

In »Nikotin« wäre eine gute Geschichte enthalten, dennoch konnte mich die Erzählweise nicht überzeugen. Die erste Hälfte über wurde gut und spannend ermittelt. Hercule Poirot glänzte allerdings mit Abwesenheit. Für mich tauchte er viel zu wenig und dann zu spät auf. Plötzlich hatte er den Fall gelöst und wusste wer der Täter war. Die Auflösung war konstruiert und unstimmig. Ich verstand warum und weshalb die Taten begangen wurden, allerdings war das Motiv für mich unlogisch. Auch das Ende konnte mich nicht zufriedenstellen. Der Sprecher Christoph Maria Herbst war mein Lichtblick. Sein grandioses Vorlesen sorgte für Unterhaltung und Hörspaß. Ohne ihn hätte ich das Buch nicht beendet.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 3 von 5.

Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

Hinterlasse einen Kommentar