Rezension zu African Samurai von Craig Shreve

© Cover: Dromer, Foto: Viktoria M. Keller

Diese Geschichte ist durch ihre eindrückliche Erzählweise etwas Besonderes, denn ich fühlte mich um Jahrhunderte zurückversetzt. Näheres dazu beschreibe ich unten im Text.

Fakten zum Buch:
Titel: African Samurai
Autor: Craig Shreve
Übersetzer: Urban Hofstetter
Verlag: Droemer
Erscheinungsdatum: 02. Mai 2024
Seitenanzahl: 360 Seiten
ISBN: 978-3-426-46848-7

Inhaltsangabe:
Ein Roman nach wahrer Begebenheit: die Geschichte über den beeindruckenden Aufstieg eines schwarzen Sklavenjungen zu Japans berühmtem Samurai
Im Jahr 1579 läuft ein portugiesisches Segelschiff in den Hafen von Kinchotsu, Japan, ein. An Bord: europäische Güter, Feuerwaffen und ein Sklave aus Ostafrika. Als Kind aus seinem Heimatdorf entführt, an Söldner verkauft und dazu verdammt, in zahlreichen Schlachten zu kämpfen, soll er als Leibwächter einen italienischen Priester auf seiner Reise nach Kyoto begleiten. Dort angekommen, findet der berühmte Kriegsherr Oda Nobunaga Gefallen an dem hochgewachsenen Soldaten. Im Austausch für seine Mission bietet der Priester ihm den Sklaven mit dem Namen Yasuke als Geschenk an. Und verändert damit sein ganzes Leben …
Zeitlos, episch und grandios recherchiert: In seinem historischen Roman rekonstruiert Autor Craig Shreve die außergewöhnliche Reise von Yasuke in der Sengoku-Zeit.

(Quelle: https://www.droemer-knaur.de/buch/craig-shreve-african-samurai-9783426468487, Datum: 06. November 2025)
Rezensionsexemplar via Verlag

Meine Meinung zum Cover:

Das Cover erscheint auf den schnellen Blick einfach, doch bei genauer Betrachtung erkennt man, dass Mühe dahintersteckt. Zu sehen ist die Silhouette des titelgebenden Samurais Yasuke in roter Farbe. Die Zeichnung verschwimmt nach rechts und nach unten. Im unteren Bereich ist der Titel darüber in schwarzer Schrift zu finden. Schwarze Sprenkel zieren nicht nur den weißen Hintergrund, sondern auch das Motiv selbst. Mir persönlich gefällt diese Gestaltung sehr.

Meine Meinung zum Inhalt:

Samurai waren Kämpfer, die mich schon lange faszinieren, wann immer ich etwas über oder mit ihnen lese. Da ich von einem afrikanischen Samurai noch nie gehört hatte, wurde mein Interesse geweckt. Ich wollte mehr über die außergewöhnliche Person erfahren, die etwas geschafft hat, was später nie mehr einem Mann seiner Abstammung gelungen ist.

Der Schreibstil des Autors Craig Shreve konnte meine Aufmerksamkeit schon nach wenigen Seiten auf die Geschichte bannen. Seine Erzählweise war so eindrücklich, dass ich bald das Gefühl hatte, die Handlung live zu begleiten. Es war als würde ich Jahrhunderte in ein Land zurückreisen, das mir gänzlich unbekannt war. Am Anfang wusste ich noch nicht, was ich vom Hauptprotagonisten Yasuke denken sollte. Durch Rückblenden in sein vergangenes Leben konnte ich nachvollziehen, wie er zu dem Mann von heute wurde. Aufgrund dieser Art der Erzählung wurde seine Persönlichkeit vertieft, was mich für die Lesedauer eine Verbindung zu ihm herstellen ließ. Das Buch ist ein vier Teile aufgeteilt.

Die Geschichte begann als Yasuke gemeinsam mit einem hochrangigen Jesuitenpriester und dessen Gefolge in einem japanischen Hafen ankam. Der junge Mann war dessen Leibwächter und wich ihm kaum von der Seite. Nach und nach erfuhr ich, dass er dieses Leben nicht freiwillig gewählt hatte. Man hatte ihn gewaltsam seinem alten Leben entrissen und ihn mit noch mehr Gewalt und enormer Grausamkeit quasi ausgebildet und abgerichtet. Für mich war es schlimm zu lesen, was man den Menschen zur damaligen Zeit angetan hatte. Es war ein Wunder, dass Yasuke das Ganze überlebte und ein Mensch mit positiven Werten wurde.

In Japan kam es zu mehreren Wendungen, die sein Leben erneut auf den Kopf stellten. Dieses Mal liefen die Geschehnisse anders ab als Yasuke es erwartet hatte. Er lernte viel über die japanischen Bräuche, die Kultur und die Menschen. Oda Nobunaga veränderte seine Wahrnehmung und gab ihm etwas Wichtiges zurück. Aus Spoilergründen gehe ich absichtlich nicht näher darauf ein. Ich möchte, dass du Yasuke bei seinem Lebensweg spoilerfrei begleiten kannst. Durch den Titel ist einzig klar, dass Yasuke zu einem Samurai wurde. Über den Verlauf der Handlung gab es einige Kämpfe – in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

Der Verlauf der Geschichte führte mich durch aufregende Höhen und Tiefen. War der Tod schon vorher ein Begleiter, wurde er erneut. Das letzte Drittel las ich durch die starke Spannung in einem Rutsch. Es kam zu einer Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte und welche schreckliches passieren ließ. Danach war das weitere Geschehen kampfhaltig, berührend und bedeutungsvoll.

Nach der Geschichte las ich die Anmerkungen des Autors, in denen er von den belegbaren historischen Fakten aus seiner Geschichte berichtet und die er für sie verwendet hat. Zudem erklärt er was erfunden hat und welche Informationen er für den Roman angepasst hat. Außerdem finden sich im Buch u.a. eine Karte Japans der damaligen Zeit, ein Personen-Glossar und Wappen.

Mein Fazit:

Der Roman um den afrikanischen Samurai ist eine enorm spannende Geschichte, sowie eine Zeitkapsel in ein vergangenes Jahrhundert. Der Autor fing den Zeitgeist von damals gekonnt ein und ließ mich in die japanische Kultur eintauchen. Ich erlebte durch Rückblenden wie Yasuke zu dem Mann von damals und zu einem Samurai wurde. Es gab Höhen und Tiefen, sowie Zweifel, Wut und Angst. Dann entstanden Loyalität, Vertrauen und das Gefühl von Freiheit. Das Buch las sich flüssig und rasch. Yasukes Leben war von Gewalt und Grausamkeiten gezeichnet und doch behielt er das „Mensch sein“. Das letzte Drittel hatte es durch den hohen Spannungsbogen am meisten in sich. Ich fieberte bis zur letzten Seite mit und war am Ende tief berührt. Zuletzt wurde vom Autor beschrieben, was von seinem Roman historisch belegt ist und was fiktiv war.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 5 von 5.

Das eBook wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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