Rezension zu Das Lied des Dionysos von Natasha Pulley

© Cover: Klett-Cotta, Foto: Viktoria M. Keller

Die Geschichte hat einen gemischten Eindruck bei mir hinterlassen, hatte sie doch ihre Stärken und Schwächen. Unten im Text berichte ich dir mehr dazu.

Fakten zum Buch:
Titel: Das Lied des Dionysos
Autorin: Natasha Pulley
Verlag: Klett-Cotta
Erscheinungsdatum: 16. August 2025
Seitenanzahl: 544 Seiten
ISBN: 978-3-608-12471-2

Inhaltsangabe:
Der junge Krieger Phaidros rettet in Theben ein ausgesetztes Baby, von dem eine ganz eigenartige Faszination ausgeht. Er bewahrt es vor dem sicheren Tod und bringt es zum Tempel der Artemis, in dem verwaiste Kinder aufgezogen werden. Wer kann schon ahnen, dass mit dem kleinen Jungen unvergleichliches Unheil über ganz Theben, ja über der ganzen Welt aufzieht?
Was hat es mit dem Findlingskind auf sich? Ist es ein Bastard oder vielleicht gar von Zeus gezeugt? Jahre später, Troja ist gefallen und die Soldaten um Phaidros rüsten die Schiffe zur Heimfahrt. Da begegnen sie auf einer Insel einem seltsam schönen Jüngling und nehmen ihn gefangen. Ihm droht nun das Los als Sklave verkauft zu werden – was für ein Frevel! Das Kentern des Schiffs ist erst der Beginn einer verheerenden Rache des gedemütigten Dionysos. Über Theben breitet sich eine nie dagewesene Dürre aus. Aber noch schlimmer: Eine seltsame Macht ergreift Gemüt und Verstand der Menschen, der Wahnsinn geht um. Und doch hängt das Herz von Phaidros an dem Gott, der ihm in vielerlei Gestalt begegnet. Natasha Pulley erzählt so spannend und lebendig von der Antike, als wäre es gestern gewesen.

(Quelle: https://www.klett-cotta.de/produkt/natasha-pulley-das-lied-des-dionysos-9783608124712-t-9226, Datum: 21. September 2025)
Rezensionsexemplar via Netgalley

Meine Meinung zum Cover:

Auf dem Cover dürfte die Oberstadt von Theben auf einem Hügel zu sehen sein, welche eine der zentralen Handlungsorte der Geschichte ist. Sie wird von einer großen Sonne angestrahlt. Die gewählten Farben sind kräftig, was in Kombination mit den Motiven eine gute Gesamtkomposition ergibt.

Meine Meinung zum Inhalt:

Ich habe bereits drei Bücher von Natasha Pulley gelesen bzw. als Hörbuch gehört. Da mir diese sehr gut gefallen haben, wollte ich auch in dieses Werk eintauchen. Der Schreibstil der Autorin ist äußerst umfangreich und detailgetreu. Bald schon wurde er mir an vielen Stellen zu ausschweifend, was mir in den anderen Bücher nicht passiert ist.

Die Geschichte drehte sich um den Krieger Phaidros, den ich bereits als 4-jährigen Jungen kennenlernte. Schon damals veränderte ein folgenschweres Ereignis sein Leben. Danach gab es Zeitsprünge und Schilderungen über Vergangenes von Phaidros aus dessen Sicht die kompletten Geschehnisse erzählt wurden. Anfangs fand ich die Geschichte spannend, doch nach einigen Kapiteln begann sie sich zu ziehen. Phaidros Gedankenwelt wurde viel zu ausführlich beschrieben. Er dachte über alles gefühlt drei Mal nach und wiederholte gewisse Themen immer wieder.

Gespräche waren das Anstrengendste im ganzen Buch. Sie zogen sich durch extrem ausführliche und langatmige Unterhaltungen massiv in die Länge. Außerdem gab es viel zu viele davon. Ich musste mich zwingen nicht quer zu lesen. Ohne die Vorlesefunktion meines meines E-Readers wäre ich wohl lange Zeit nicht weitergekommen. Ich verlor die Motivation die Gespräche weiter verfolgen zu wollen. Mehr „show“ statt „tell“ hätte mir sehr geholfen.

Im Gegenzug dazu fand ich das Setting gut gelungen. Ich kenne mich in der Antike nur mäßig aus. Doch kam mir der Weltenbau authentisch vor. Natürlich hatte die Autorin ein paar Sachen angepasst, doch das fügte sich gut ins Gesamtbild. Der Klappentext hatte mich ein wenig in die Irre geführt, denn manches geschah nicht so, wie es dort erwähnt wurde. Die Sache zwischen Phaidros und Dionysos hatte eine gute Dynamik. Gleichzeitig störte mich das ewige Hin und Her, mehr Direktheit hätte den Beiden nicht geschadet. Die Funken die sie versprühten, waren jedenfalls nicht zu übersehen.

Einige der Ereignisse trugen gute Wendungen mit sich, vor allem gegen Ende. Mir gefiel die Grundidee der Autorin und obwohl ich die Geschichte als langatmig empfand, wollte ich erfahren wie sie ausgeht. Der finale Showdown war überraschend blutrünstig, anderseits konnte ich verstehen warum er so gehandelt hatte. Vor dem Ende kam es zu einer kurzen, rührenden Szene über die ich mich sehr freute.

Mein Fazit:

Die Geschichte rund um Phaidros und Dionysos ließ mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits gefielen mir die Grundidee und die Dynamik zwischen den Beiden. Anderseits zogen sich die Geschehnisse durch langatmige Gespräche und zu ausführlichen Beschreibungen massiv in die Länge. So manches Ereignis hätte kürzer dargestellt werden können, damit es kein ewiges Hin und Her gegeben hätte. Wenigstens gab es gegen Ende einige gute Wendungen. Eine Szene war sogar berührend. Im Gesamten hätte ich mir mehr erhofft, doch leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 3 von 5.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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