Rezension zu Strahlendes Eis von Michael Lüders

© Cover: C. H. Beck, Foto Viktoria M. Keller

Auf diesen Thriller hatte ich mich durch den vielversprechenden Klappentext sehr gefreut, doch war er nicht das, was ich erwartet hatte. Warum erläutere ich unten im Text.

Fakten zum Buch:
Titel: Strahlendes
Autor: Michael Lüders
Verlag: C.H.Beck
Erscheinungsdatum: 25. Januar 2024
Seitenanzahl: 345 Seiten
ISBN: 978-3-406-81385-6

Inhaltsangabe:
Ein Hubschrauber stürzt unweit von Reykjavik ab – Sabotage. Doch eine Zeugin überlebt. Der neue Fall für Sophie Schelling und ihre norwegische Geheimdiensteinheit E 39 führt bis nach Island und Grönland. Dort geraten die Agenten in einen gefährlichen Wettlauf der Großmächte um die Arktis und ihre Rohstoffe, ausgelöst durch den Klimawandel. Am Ende kämpfen sie um ihr Leben: Unter dem brüchigen Eis liegen die verdrängten Sünden der Vergangenheit und die unermesslichen Schätze der Zukunft eng beienander.
Am 21. Januar 1968 stürzt ein amerikanischer B-52-Bomber an der Nordwestküste Grönlands ab. An Bord vier Wasserstoffbomben, deren Verbleib nie restlos geklärt wurde. Diese wahre historische Begebenheit bildet den Ausgangspunkt für Michael Lüders‘ neuen Thriller. Jahrzehnte später wollen dänische Arbeiter, die bei den Aufräumarbeiten verstrahlt wurden, reinen Tisch machen – bevor der Krebs sie dahinrafft. Ihr Plan: am Rande einer Arktis-Konferenz in Reykjavik vorzutragen, was damals wirklich geschah. Einflussreiche Kreise aber wissen zu verhindern, dass sich die Blicke der Öffentlichkeit ausgerechnet jetzt auf das noch immer strahlende Eis richten. In einem Gebiet, wo eine dubiose Firma gerade einen hochgeheimen Auftrag erfüllt. Als Sophie Schelling und ihr Team merken, was unter dem ewigen Eis lauert, geraten sie ins Fadenkreuz eines skrupellosen Gegners. Der zieht im Verborgenen die Fäden – eine rasante Jagd in der faszinierenden Welt der Arktis.

(Quelle: https://www.beck-shop.de/lueders-strahlendes-eis/product/36194856, Datum: 15. Mai 2024)
Rezensionsexemplar

Meine Meinung zum Cover:

Die Covergestaltung passt zum Titel des Buches. Es sieht als würde darauf „strahlendes Eis“ zersplittern, wobei der Farbverlauf etwas für sich hat. Mich hat es angesprochen, weshalb ich mir das Buch näher angeschaut habe.

Meine Meinung zum Inhalt:

Nach dem vielversprechenden Klappentext war ich gespannt, was für eine Geschichte mich erwarten wird. Der Anfang war spannend und versprach mir eine spannende Geschichte. Michael Lüders hat einen guten Schreibstil, mit dem er das Geschehen bildhaft beschreibt. Die Grundidee ließ mich aufmerksam lesen, weil ich alles verstehen wollte.

Anfangs hatte ich Probleme hineinzukommen, weil der Autor innerhalb der Kapitel sehr oft Sprünge zu anderen Personen und Handlungssträngen machte. Es war bald anstrengend den Überblick zu behalten. Ich brauchte tatsächlich mehrere Kapitel bis ich mich einigermaßen daran gewöhnt hatte. Trotzdem mochte ich das, was ich erlebte. Ich wollte erfahren, was damals in der Arktis wirklich geschehen war und warum erneut ein Geheimnis um die betroffene Region gemacht wurde.

Im Mittelteil und der zweiten Hälfte des Buches ging es mit Intrigen, Machtspiele und Lügen hin und her. Ich begann mich mehr und mehr zu langweilen und hoffte, dass endlich entscheidende Ereignisse eintreten werden. Stattdessen ging es weiter hin und her. Es ging um Geld, Einfluss und Vertuschung. Manipulation und Betrug standen an der Tagesordnung – typisch Politik, doch sehr anstrengend. Unter all dem litt die Spannung erheblich, weshalb ich mir nicht sicher war, ob ich es schaffen würde das Buch zu beenden.

Es gab mehrere liebenswerte Protagonistinnen und Protagonisten, die über den Verlauf Sympathiepunkte sammeln konnten. Besonders ein Mann, der damals alles in der Arktis hautnah erlebte, konnte mich für sich einnehmen. Seine Gedanken waren emotional und sein Handlungsstrang war meinem Empfinden nach mit Abstand der Beste. Wobei ich stellenweise auch die Geschehnisse rund um die Klimaktivistin mochte. Mit Sophie konnte ich gar nichts anfangen. Sie war mir zu unnahbar und entfernte sich immer weiter. Überhaupt gab es mit ihr einige Szenen, die ich als unnötig empfand. Da war mir Harald um einiges willkommener, bei ihm gab es mehr Tiefe.

Als das Ende näher rückte dachte ich an ein starkes Finale, weil das Potenzial dazu da war. Leider beinhaltete es weitere Machtspiele und keine wirkliche Auslösung. Mir war es zu offen und nichtssagend. Ich habe aufgrud all dieser Punkte nicht wirklich Lust weitere Bände zu lesen. Denn im Nachhinein fand ich heraus, dass es sich hierbei um den dritten Band einer Reihe handelt. Die Handlung selbst gab nur winzige Hinweise, dass es so ist.

Mein Fazit:

»Strahlendes Eis« enthält eine gute Grundidee im Storytelling. Mich persönlich konnte die springende Erzählweise zu den vielen Personen und Handlungssträngen nicht überzeugen. Die Handlung war geprägt von Intrigen, Machtspielen, Lügen und Betrug – passend für einen Politthriller. Leider nahm das Ganze Überhand und wurde zu einem langatmigen Hin und Her. Stellenweise gab es dann doch ein wenig Spannung, weshalb ich bis zum Ende durchhielt. Das Finale konnte mich ebenso wenig überzeugen, weil das es zu offen und nichtssagend endete.

Ich vergebe 2 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 2 von 5.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

Ein Gedanke zu “Rezension zu Strahlendes Eis von Michael Lüders

  1. Grönland als Hintergrund der Handlung in ” Strahlendes Eis” ist sehr schlampig recherchiert. Herrnhuter Missionare und Kleinschmidt als Autor der grönländischen Grammatik waren Deutsche, die Bewohner von Qaanaaq wurden nicht aus Uummannaq deportiert, sondern aus Thule, die Schilderung des Beschießens eines Eisbergs hat wenig mit der Realität zu tun, Schlittenhunde hat der Autor genausowenig verstanden wie das Verhalten von Eisbären.

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